Tabak-Preiserhöhung in Frankreich: Nichts für Deutschland

Sechs Etappen in drei Jahren: Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn hat vor kurzem die Preiserhöhung von Zigaretten auf 10€ in Gang gesetzt. Die Regierung in Paris glaubt, dass nur ein richtiger Schock-Preis zu einer Reduzierung des Rauchens führen würde. Dahinter steckt eine große Prise Optimismus und Glaube an die staatliche Lenkungsmacht.

Zunächst einmal muss man feststellen, dass eine Reduzierung der legalen Verkäufe nicht unbedingt zu einer Reduzierung beim allgemeinen Verbrauch führt: Die Zahlen des Schwarzmarktes sind zu berücksichtigen. Laut einem KPMG-Bericht aus dem Jahre 2015 stammen 15 Prozent des in Frankreich konsumierten Tabaks aus illegalen Kanälen. Durch billige Fälschungen wird der Schwarzmarkt aufgrund der französischen Anti-Tabak-Politik immer reicher.

Die Gewinne aus diesem Schmuggel fließen weitestgehend in terroristische Organisationen, wie das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) feststellt. Ihm zufolge, werden die IRA, Al Qaida und Daesh teilweise mit Geld aus diesen Verkäufen finanziert: „In Höhe von Milliarden von Euro: kriminelle Organisation schrecken nicht davor zurück, sich in den illegalen Handel zu stürzen. “

Diese Beobachtung unterstreicht den Opportunismus dieser Gruppen und ihre Tendenz, sich Aktivitäten zuzuwenden, die traditionell als Wirtschaftsverbrechen gelten. Ein drastischer Anstieg der Tabakpreise wird die Verbraucher nicht davon überzeugen, mit dem Rauchen aufzuhören; stattdessen wird ein großer Teil der Verbraucher dazu ermutigt, nach Alternativen zu suchen. Doch gefälschte Zigaretten stellen eine große Gefahr dar: sehr schädliche Inhaltsstoffe, nicht konformes Papier, giftige Kunststofffilter beim Erhitzen. In dieser Hinsicht ist diese Anti-Raucher-Politik an sich gesundheitsschädlicher als sie es vorgibt zu sein.

Die arme Bevölkerung trifft es zuerst

Während Zigaretten für einen großen Teil der Bevölkerung erschwinglich bleiben, werden sie für geringe Einkommen unzugänglich. Es sind Letztere, die ihren Tabak auf dem Schwarzmarkt kaufen werden: mit großer Gefahr für die Gesundheit. Die Wirksamkeit von Preiserhöhungen auf den Verbrauch wird immer fragwürdiger. Wenn wir uns die Entwicklung des Verbrauchs nach dem Anstieg im Jahr 2008 in Frankreich ansehen, kann man sicherlich einen Umsatzrückgang sehen, aber die Regierung weiß, dass der Umsatzrückgang nicht zwingend mit dem Rückgang des Verbrauchs korreliert.

Die Anwendung der neutralen Zigarettenschachteln (auf Englisch “plain packaging”) hat ebenfalls keine überzeugenden Resultate hervor gebracht:

„Im Jahr 2016 stieg der Umsatz bei Zigaretten um 1,2 Prozent, aufgrund der Auswirkungen des Parallelmarkts (d.h. durch Pendlerkäufe oder durch Schmuggel) sagen die Verkäufer. Fachkräfte des Gesundheitswesens versichern allerdings, dass dieser Rückgang in den Monaten November und Dezember mit der Einführung der neutralen Zigarettenschachtel zu tun hat.”

Nach Ansicht des Ökonomen Bastiat müssen wir uns mit dem „was wir sehen“ und “dem was wir nicht sehen” beschäftigen. “Wir sehen” den Rückgang der legalen Verkäufe, aber „was wir nicht sehen“ ist die Verlagerung dieser Nachfrage auf den Schwarzmarkt. Tabak-Politik sollte nicht nach ihren Absichten, sondern nach ihren Ergebnissen bewertet werden.

Das Beispiel von Tabakwaren sollte uns auch daran erinnern, über die wahre Rolle des Staates nachzudenken. Wollen wir uns in einem Nanny-Staat wiederfinden, der unsere Lebensprinzipien diktiert und uns unsere Gesundheits-„entscheidungen“ vorschreibt? Wollen wir bis zur Lächerlichkeit bevormundet werden? Wenn wir den Wahnsinn des Bevormundungsstaates weiter auf die Spitze treiben, dann geht anständige Aufklärung zum Tabak-Konsum in den nächsten Jahren, durch die genannten ungeahnten Konsequenzen, wortwörtlich in Rauch auf.


Dieser Artikel wurde vom Peace Love Liberty Magazin veröffentlicht.

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About Bill Wirtz

My name is Bill, I'm from Luxembourg and I write about the virtues of a free society. I favour individual and economic freedom and I believe in the capabilities people can develop when they have to take their own responsibilities.

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