Dieser Artikel wurde 21. August 2017 in der Kommentarsektion, Seite 2, des Lëtzebuerger Journal veröffentlicht.
Gesundheitsministerin Lydia Mutsch hat mit dem Beführworten einer Steuer auf zuckerhaltigen alkoholfreihen Getränken einen Online-Sturm ausgelöst. Für die meisten Kommentatoren im Netz schmeckt eine solche Bevormundung doch eher bitter. DP-Generalsekretär Marc Ruppert spricht auf Facebook von einem “NoGo”, und bewirbt den Post auf dem sozialen Netzwerk, um sicher zu sein dass die Empörten auch erkennen dass es sich hier nicht um Regierungspolitik handelt.
Nachdem Mehrwertsteuer-Erhöhung, strengere Rauchergesetze oder die Frauenquote durchgewunken wurden, muss doch irgendwo die ideologische Grenze gezogen werden. Steht da ein Wahljahr vor der Tür?
Im Interview mit dem Tageblatt meinte Mutsch zuweilen dass man in der Regierung über dänischen Fettsteuer noch nicht nachgedacht hätte. Wäre auch irgendwie kurios, so hatte Dänemark bereits 2012, nur 15 Monate nach ihrer Einführung, die Fettsteuer wieder abgeschafft. Die Fettsteuer erhöhte Lebensmittelpreise für jeden, begünstigte Pendler-Einkaufsfahrten nach Deutschland, brachte dänische Jobs in Gefahr, erforderte gewaltige Verwaltungskosten und änderte schlussendlich nichts an den Essgewohnheiten der Dänen. Den simultanen Plan für eine Zuckersteuer hatte die dänische Regierung im gleichen Jahr ebenfalls wie ein heißes Eisen fallen gelassen.
Da ist Lydia Mutsch glatte fünf Jahre in Verspätung. Süß, irgendwie.