[ZOOM] Junge Schreibtalente

Fünfte Ausgabe des „Prix Laurence“: Mitmachen kann man noch bis zum 18. März

Im Rahmen der siebten Edition des Literaturfestivals „LiteraTour“, das sich zwischen dem 22. April und dem 5. Mai in Bettemburg abspielen wird, veranstaltet die Gemeinde Bettemburg wie jedes Jahr den Schreibwettbewerb „Prix Laurence“. In zwei Kategorien, zwölf bis 17 Jahre und 18 bis 26 Jahre, können junge Schreibtalente ihr Können zeigen. Eine unabhängige Jury, bestehend aus Vesna Andonovic, Martine Forty, Christiane Kremer, Jérôme Jaminet, Thomas Schoos und Pit Hoerold selektieren die besten Texte und veröffentlichen sie auf der Webseite des Wettbewerbs. Die erfolgversprechendsten Autoren schaffen es dann ins Finale, wo sie vor Publikum gebeten werden, ihre Texte in maximal sieben Minuten vorzutragen. In jeder Kategorie gibt es jeweils mindestens zwölf Finalisten.

Vorurteile abgebaut

Für Patrick Hurt von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Bettemburg ist es immer wieder aufregend. Die Gemeinde hatte sich eigentlich nicht erwartet, dass ausgerechnet ihr Wettbewerb einen solchen Stellenwert bekommen würde. In den letzten vier Editionen waren es gemeinsam 298 Autoren mit 554 Texten. „Ich bin damals durch die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit da eigentlich nur etwas hineingerutscht. Seitdem muss ich aber sagen, dass diese jungen Autoren mir die Vorurteile des PlayStation-spielenden und faulen Jugendlichen genommen haben“, so Hurt. Der Prix Laurence hätte einen großen Anlauf und die Texte seien sehr verschieden. „Wir merken, dass viele junge Menschen aus Luxemburg gerne auf Englisch schreiben. Wir bemerken ebenfalls viele Einflüsse der Popkultur, darunter beispielsweise „Game of Thrones“, erklärt Patrick Hurt weiter.

Der Wettbewerb solle aber nicht nur zeigen, dass Jugendliche an Literatur interessiert sind, sondern soll auch Textschreiber dazu bringen, ihre Werke der Öffentlichkeit zu zeigen. Patrick Hurt weiß, dass es hier Hemmschwellen gibt: „Am schwersten ist es oft, die Texte seinen eigenen Freunden, oder der eigenen Familie zu zeigen. Das kostet Überwindung.“ Gleichzeitig sei der Prix Laurence anders, da er transparent wäre: „Bei anderen Wettbewerben sendet man seinen Text ein und hört dann ein paar Monate nichts, bis man irgendwann ein Schreiben erhält, ob man nun gewonnen hat oder nicht. Texte, die nicht gewinnen, landen in der Schublade. Beim Prix Laurence befinden sich die guten Texte alle auf unserer Webseite.“ In den letzten Jahren wären oft Themen der Flüchtlingskrise behandelt worden. Aktuell wäre auch das Risiko des Krieges, in einer außenpolitisch unsicheren Zeit. Die Teilnehmer sind verschieden, kommen aber alle aus Luxemburg oder der Großregion. Doch Patrick Hurt träumt auch gern von mehr und kann sich auch einen europäischen Prix Laurence während des Kulturjahres 2022 vorstellen.

Erfolg vorprogrammiert

Aus Schulen würden manchmal auch ganze Schulklassen teilnehmen. Bildung durch Literatur geht allerdings nicht nur über die Schule: Auch in den Haushalten können und sollten Eltern mithelfen. Das merkt auch Patrick Hurt selbst: „Meine eigenen Kinder sind so an die abendlichen Bettgeschichten gewöhnt,dass es eine Strafe darstellt, wenn sie keine bekommen. Wenn der Übergang vom Vorgelesen-bekommen zum Selbst-lesen dann fließend ist, dann ist das das Optimum“, so Hurt. An den Erfolg des Prix Laurence 2019 glaubt jetzt bereits jeder. Man hoffe sogar, dass die Jury dieses Jahr nicht komplett überarbeitet sein wird. Der Kreativität solle freien Lauf gelassen werden, denn dafür seien Kunst und Literatur ja da. Dass frühere Teilnehmer und Gewinner des Wettbewerbs eine erfolgversprechende Zukunft in der Literatur hätten, würde für die Auswahl der Texte sprechen, so heißt es von Seiten der Gemeinde. Auch aus diesem Grund verewigt Bettemburg die Texte der Finalisten regelmäßig in einem Sammelband. Wer weiß, vielleicht wird irgendwann einer dieser Teilnehmer künftig als weltberühmter Schriftsteller leidenschaftliche Leser begeistern.

Die Texte für die Teilnahme am „Prix Laurence“ kann man noch bis zum 18. März auf http://www.prixlaurence.lu einsenden. Dort gibt es ebenfalls weitere Informationen. Das Finale der Zwölf- bis 17-Jährigen findet am 27. April im Café Littéraire in Bettemburg statt. Das Finale der 18 bis 26-Jährigen ist 28. April am gleichen Ort.


Dieser Artikel wurde vom Lëtzebuerger Journal veröffentlicht.

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About Bill Wirtz

My name is Bill, I'm from Luxembourg and I write about the virtues of a free society. I favour individual and economic freedom and I believe in the capabilities people can develop when they have to take their own responsibilities.

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