[ZOOM] Fürs Leben gern Tennis

Dieser Artikel wurde für die luxemburgische Tageszeitung “Lëtzebuerger Journal” geschrieben. Die Rubrik “ZOOM” greift junge, alternative und unternehmerische Themen auf und bringt sie den Lesern näher. (Text in veränderter Form im Print)

Es ist zweifellos schwerer Menschen für Individualsportarten zu begeistern als für Mannschaftssportarten wie Fußball oder Basketball. Das hat mit der Stimmung im Stadion, sowie auch mit der Tradition eines Landes zu tun. Obwohl luxemburgische Stars wie Anne Kremer (Nummer 18 als höchster Rang auf der Weltrangliste) oder Gilles Müller (derzeit Nummer 29 auf der Weltrangliste) Meilensteine gesetzt haben, ist der Tennis trotzdem nicht so populär wie manche Sportler es gerne möchten. Das glaubt auch Eléonora Molinaro, die sich zum Aufsteigertalent des luxemburger Tennissports katapultiert: “Bisher gibt es nicht genügend Aufmerksamkeit für den Sport, da unsere Talente nur vereinzelt vorhanden sind. Mehr als ein oder zwei große Namen die gleichzeitig im Rampenlicht stehen sehen wir leider nicht. Ich hoffe das wird sich ändern.”

Die 17-jährige tut auf jeden Fall ihren Teil um daran mitzuarbeiten. Stand sie 2016 auf Platz 1035 der WTA-Liste, ist sie im letzten Jahr auf Platz 876 gestiegen, und steht nun auf dem 451. Platz. Diese beträchtliche Verbesserung ist natürlich kein Resultat eines spontanen Sprungs in den Tennissport: Eléonora nimmt an Wettbewerben teil seit sie sieben Jahre alt ist. Ihr Start auf die Tennisplatz war allerdings noch früher: “Als ich ungefähr 4 Jahre alt war, ging ich oft vom Spielplatz rüber zum Tennisplatz, und schaute den Trainierenden durch den Zaun zu. Eines Tages fragte mich ein Trainer ob ich es nicht auch versuchen wollte.” Tennis war ebenfalls nicht die einzige Nebenaktivität die Eléonora bereits in frühen Schulzeiten betrieb, da sie unter anderem im Karate und im Chor aktiv war. “In diesen Dingen war ich überhaupt nicht schlecht, doch ich musste mich irgendwann aus Zeitgründen für eine Freizeitaktivität entscheiden.” Das Selbstvertrauen und der Ehrgeiz der jungen Sportlerin hört man klar raus: Sie will nicht nur den Sport betreiben, sondern auch klare Ziele erreichen.

“Am liebsten würde ich natürlich professionelle Tennisspielerin werden. Dafür will ich mich höher auf der Weltrangliste platzieren”, sagt die junge Schülerin. Dafür wendet sie ihre gesamte Freizeit auf. Morgens im 6h30 aufstehen, 4 Stunden am Tag trainieren (außer am Sonntag, wo sie zur Abwechslung “trotzdem mal laufen geht”), um dabei Schnelligkeits- und Krafttraining zur Routine zu machen. Dass dabei zwischen Schule und Tennis nicht mehr viel übrig bleibt stört sie kaum: “Am Anfang dachte ich mir ich würde etwas verpassen, wenn ich nicht wie andere am Wochenende weggehen könnte. Heute sag ich mir: Mein Sport ermöglicht es mir in Länder zu reisen in die ich sonst nicht gegangen wäre. Das ist es bereits mehr als wert.” Ihr Lieblingsreiseort für Wettkämpfe wäre bisher Australien gewesen. Eine Karriere als professionelle Tennisspielerin stellt sie sich sehr genugtuend vor: “Anstatt einem 8-Stunden Job nachzugehen, kann man sein Hobby zum Beruf machen!” Zu ihren Vorbildern gehören der spanische Profispieler Rafael Nadal, die dänische Spielerin Caroline Wozniacki und die Weißrussin Victória Azárenka.

Eléonora will sich besonders bei ihren Eltern bedanken, denn ohne sie wäre das alles nicht möglich. “Auf der sportlichen Ebene möchte ich Jordane Doble, meinem ersten echten Trainer, danken, der mir während eines Großteils meiner jungen Karriere gefolgt ist, ebenso wie mein heutiger Trainer Julien Mathieu und mein Verein TC Arquebusiers, die mich seit meiner Ankunft im Jahr 2007 immer unterstützt haben.” Nicht zu vergessen wären das luxemburgische olympische und sportliche Komitee, die Organisatoren des WTA-Turniers (IWTP) sowie der luxemburgische Tennis-Verband, die ihr zu diesen Möglichkeiten verholfen hätten. Seit einigen Jahren hätte sie das Glück, von Trainern wie Ludovic Gérard und Yves Grandjean und Chris Richartz begleitet zu werden, die alles tun würden, um ihr bei ihrem Fortschritt zu helfen.

Medienauftritte nimmt sie gelassen: “Es macht mich stolz meinen Namen in den Medien zu sehen. Das kommt nur dann vor, wenn man auch Erfolg hat. Demnach bewerte ich es auf jeden Fall als Anerkennung meines Trainings.” Eines ist klar: Eléonora will zu einem geläufigen Namen in der luxemburger Sportszene werden. Sie schaut konstant und konzentriert zum nächsten Wettbewerb, der sie näher ans Ziel bringt, es im internationalen Tennis ganz nach oben zu schaffen. Angesichts des Drucks das einer Sportlerin so auf den Schultern liegen kann, und dem Alter von nur 17 Jahren, ist das auf jeden Fall bemerkenswert.

About Bill Wirtz

My name is Bill, I'm from Luxembourg and I write about the virtues of a free society. I favour individual and economic freedom and I believe in the capabilities people can develop when they have to take their own responsibilities.

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