[ZOOM] Schnell unterwegs

Dieser Artikel wurde für die luxemburgische Tageszeitung “Lëtzebuerger Journal” geschrieben. Die Rubrik “ZOOM” greift junge, alternative und unternehmerische Themen auf und bringt sie den Lesern näher. (Text in veränderter Form im Print)

Jedes Jahr findet die Formel 1-Weltmeisterschaft statt, die von vielen Luxemburgern verfolgt wird. Letztes Jahr war es der Brite Lewis Hamilton der zum vierten Mal in seiner Karriere den Titel erhaschte. Den Fernsehsendern die die Formel 1 Wettkämpfe übertragen zufolge, wird jedes Rennen von über 400 Millionen Menschen geschaut. Einige wenige der Fans des Motorsports machen es zu ihrem eigenen Hobby, darunter die junge Luxemburgerin Zoé Knebler.

Mit nicht weniger als sechs Jahren fuhr sie bereits Kart, und auch nur “weil man davor noch nicht alt genug ist um auf die Strecke zu dürfen.” Wer in diesem jungen Alter schon mit 70 km/h unterwegs ist, der muss ein besonderes Gefühl für den Motorsport haben. Zoé’s Vater fuhr selbst Autorennen, und unterstützt sie in ihren Rennen indem er immer mit dabei ist. Die heute 17-jährige fährt mehrere Rennen im Jahr. Im Jahr 2016 gewann sie die Luxemburger Meisterschaft und landete auf dem vierten Platz des “France Championship 2016”. In Frankreich war es ein technischer Fehler der ihr das Podium verweigerte: “Beim Qualifikationsrennen landete ich auf dem vierten Platz, doch hatte danach ein Problem mit meinem X30 Kart. Man behielt meinen Vergaser während ungefähr einer Stunde zu Untersuchung in der technischen Kontrolle.” Da diese den Vergaser erst wenige Minuten vor dem nächsten Rennen wieder freigab, musste der Zusammenbau ganz schnell gemacht werden. In der Aufwärmrunde musste die junge Kartfahrerin leider feststellen, dass es an ihrem Motor wegen dem schnellen Aufbauen des Vergasers Probleme gab und musste so ihr Kart vorzeitig abstellen, wodurch sie disqualifiziert wurde. Ärgerlich, und doch konnte sie im letzten Durchlauf vom zweitletzten Startplatz auf den vierten Platz fahren!

Einige von den jungen Fahrern kämen aus Familien die selbst bereits im Motorsport aktiv waren, doch es gäbe auch viele Neueinsteiger, so Zoé Knebler. Auf die Frage hin in welchem Club sie aktiv ist lacht sie: “Es gibt nur einen.” Ist der Kartingsport und der Motorsport allgemein einfach noch etwas unbekannt in Luxemburg? “Nicht unbekannt, da die Luxemburger es sich ja anschauen. Nur sich selbst hinein wage scheint noch nicht als Idee angekommen zu sein.”, so Zoé. Sie selbst liebt die Formel 1, und hat sich in Spanien bereits mehrere Rennen live angeschaut. Ihr großer Traum: Eines Tages selbst mitfahren zu können, obwohl sie erkannt dass “das sehr schwer zu erreichen ist, allein schon dadurch dass man sehr viele Investoren braucht.”

Dass Motorsport eher etwas für Männer wäre findet Zoé überhaupt nicht. Im Gegenteil: “Wir sind oft gelassener und dadurch schneller als die Jungs. Die verkraften es nicht wenn ein Mädchen vor ihnen fährt, regen sich auf, und machen dann Fehler.” So wäre es zumindest in den Rennen die gemixt gefahren würde.

Das in der Tat nur wenige Frauen im Sport vertreten sind hat damit zu tun dass beim Karting meistens Jungs sich melden. Dass Frauen körperlich nicht die gleiche Stärken hätten, hätte wenig mit diesem Effekt zu tun, so Doktor Riccardo Ceccarelli von “Formula Medicine”: “Zu viele Formel 1-Fahrer konzentrieren sich auf die physische Stärke, und nicht auf die mentale. Unsere Studien zeigen dass um beim Training das Optimum zu erreichen, man nur 30% des Trainings in physisches Training stecken muss, doch 70% in das Gehirntraining.” Das heißt dass auch wenn Frauen physisch nicht mithalten können, dies nicht bedeutet dass sie keine Chance haben. Unterm Strich ist die Formel 1 für jeden schwer: Nur wenige Plätze für tausende von Interessierten.

Für die Zukunft wünscht Zoé Knebler sich dass sie ihr Hobby mit ihrem zukünftigen Beruf vereinbaren kann. Ihre Leistung wäre gut, doch momentan würden noch die Investoren fehlen. Eine direkte Auswirkung des Sportes auf ihr Alltagsleben würde die momentan beim Führerschein merken: “Ich lerne gerade das Fahren im normalen Straßenverkehr. Man hat vom Sport den Reflex die Gaspedale nach unten zu drücken. Ich kannte die Rennstrecke lange bevor ich mit dem Straßenverkehr konfrontiert wurde. Da muss ich mich noch eingewöhnen.”

Wer mehr über Zoé Knebler und ihre Karriere als Rennfahrerin erfahren möchte, der findet Informationen auf der Webseite www.knebler.com und auf Facebook über facebook.com/knebler.

About Bill Wirtz

My name is Bill, I'm from Luxembourg and I write about the virtues of a free society. I favour individual and economic freedom and I believe in the capabilities people can develop when they have to take their own responsibilities.

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