[KULTUR] Von Poetry Slam und anderen Dichtern

Dieser Artikel wurde für die luxemburgische Tageszeitung “Lëtzebuerger Journal” geschrieben. Die Kultur-Rubrik greift alle Themen die mit Kultur in Luxemburg zu tun haben. (Text in veränderter Form im Print)

Sich Gedichte und vorgelesene Geschichten anhören ist nicht jedermanns Sache. Viele Jahre lang hat die Kunstwelt sich damit schwer getan Menschen aller Generationen für kreative Werke zu begeistern. Das sagt auch der luxemburgische Dichter und Autor Francis Kirps: “In den 90’er Jahren war es sehr schwer ein begeistertes Publikum zu finden. Wir füllten nur selten den Raum, und unser Publikum war oft älter.”

Im Jahre 2003 widmete Francis Kirps sich dem Poetry-Slam. Das diese Kunst des Vortragens eines Gedichtes zu solch einem Erfolg führen würde konnten sich nicht alle Künstler wirklich erwarten. Poetry-Slam wurde populär an Deutschen Universitäten, die regelmäßige Wettbewerbe organisierten, und die heute etablierte Meisterschaften veranstalten. Zwischen 2004 und 2006 nahm Francis Kirps an Poetry-Slam-Meisterschaften in Stuttgart, Leipzig und München teil und war 2007 Veranstalter des ersten international besetzten Poetry Slams in Luxemburg. “Es sind vor allem Luxemburger die auf deutschen Unis studierten die den Poetry Slam ins Großherzogtum brachten”, so Kirps.

Als der heute 46-jährige anfing, war Poetry Slam noch weniger bekannt. Erste Auftritte konnten trotzdem bis zu 80 Menschen in einen Saal bringen. “Das war damals schon viel!”, so Kirps. Das Publikum war immer schon jung, geprägt von der Studentenkultur, von sozialkritischen und zukunftsweisenden Texten. “Aus 100 Leuten in Trier wurden auf einmal 500 Leute in einem Theater in Stuttgart. Poetry Slam wurde ein derartiges Phänomen dass heute Jugendliche zuerst YouTube-Videos darüber sehen bevor sie sich es live anschauen kommen.” Heute gäbe es ein Dutzend aktive luxemburgische Poetry Slammer; ein Format das nicht aus der Mode kommen will.

Da Poetry Slam sehr zeitbegrenzt sei, hat Francis Kirps zusammen mit anderen Künstlern die Lesebühne gegründet. Hier entsteht ein Mix aus Musik, dem Vorlesen von Geschichten und dem Vortragen von Gedichten. “Das Konzept ist anders, doch die Leute kommen für die Abwechslung.” Für diese Events zieht Kirps luxemburgische Namen wie die Musikerin Claudine Muno und den Autor Lambert Schlechter mit ins Boot. Kirps’ eigene Werke sind seinem Autorenlexikon zufolge “durch (nicht selten schwarzen) Humor und einen Hang zur Groteske gekennzeichnet”. Der Autor ist in seinen Texten oft sarkastisch und behandelt die Luxemburgischen Realitäten, wie zum Beispiel in seiner Publikation Planet Luxemburg und andere komische Geschichten.

Wer Francis Kirps live sehen will, der kann dies in einer Lesung tun die am 27. Oktober in der “Musel-Sauer Médiathéik” in Wasserbillig stattfinden wird, für die Künstler aus verschiedenen Werken vorlesen wird. Für Francis Kirps steht keine seiner Auftritte in Konkurrenz zueinander: “Ich mag den Wettbewerb des Poetry Slams und die Ruhe der Lesebühne.”

Wer sich für die Kunst des Poetry Slam interessiert der kann sich auf der Facebook-Seite des “Géisskan Kollektiv” melden: https://www.facebook.com/geisskan/ Über diesen Weg können jung&alt auch mehr über die Kunst des Poetry Slams lernen.

About Bill Wirtz

My name is Bill, I'm from Luxembourg and I write about the virtues of a free society. I favour individual and economic freedom and I believe in the capabilities people can develop when they have to take their own responsibilities.

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