[ZOOM] Die erste Luxemburgerin die den Ärmelkanal durchschwamm

Dieser Artikel wurde für die luxemburgische Tageszeitung “Lëtzebuerger Journal” geschrieben. Die Rubrik “ZOOM” greift junge, alternative und unternehmerische Themen auf und bringt sie den Lesern näher. (Text in veränderter Form im Print)

Als Paule Kremer in Großbritannien das Studium begann bemerkte sie dass Schwimmen in den eisigen Temperaturen der englischen Küste sehr beliebt ist. Als Triathletin hatte sie bereits mehrere sportliche Erfahrungen gesammelt, und das obwohl der nasse Teil sie eigentlich nie so richtig begeistert hatte. Dass sie Jahre später die erste Luxemburgerin sein würde die den Ärmelkanal durchschwimmt, hätte sie nicht gedacht.

34 Kilometer Luftlinie sind es von Dover bis in die Nähe von Calais, bei starken Strömungen und einer Wassertemperatur von nur 17 Grad Celsius. Paule Kremer hatte diese Strecke bereits einmal zurückgelegt, damals jedoch mit fünf anderen Sportskollegen in einer Staffel. Nachdem dies reibungslos verlaufen war wollte sie es unbedingt auch alleine schaffen. “Die einzige Challenge dabei ist eigentlich herauszufinden wie weit man über sich selbst hinauswachsen kann”, so Paule. Begleitet wurde die Schwimmerin während dem über 12-stündigen Leistungsanzeige von einem Boot, das die Luxemburgerin mit Essen versorgte und ihr dabei half die Strömungen zu erkennen, denn “anders würde man überall landen, aber mit Sicherheit nicht in Frankreich.” Vorteile gegenüber den sportlichen Vorgängen gibt es übrigen nicht, denn die Bedingungen für das schwimmende Durchqueren des Ärmelkanals sind die gleichen wie schon im Jahre 1875: Nicht am Boot festhalten, und kein Neopren-Anzug.

Die heute 29-jährige Paule Kremer arbeitet als Englischlehrerin im Lycée Ermesinde und betreibt ihren Sport weiterhin nur als Hobby. Alleine bei der sportlichen Leistung blieb es allerdings nicht: Verbunden war ihr Durchqueren des Ärmelkanals mit dem “Plooschter Projet”, die von ihrem Freund Yannick Lieners ins Leben gerufen wurde, und Spenden für den Kampf gegen Leukämie investiert. “Wir hatten uns ein Ziel von 10.000€ gesetzt, obwohl wir das selbst für unrealistisch hielten”, sagt Paule, bevor sie stolz darauf hinweist dass momentan nur noch 800€ fehlen bevor die 10.000 geknackt sind. In der Tat hatte ihre Aktion sehr viel Aufmerksamkeit in Luxemburg erhalten. Sogar während sie noch schwamm machten ihre Freund auf dem Boot sie darauf aufmerksam dass sie “dabei sei Facebook zu sprengen”.

Dass man in der luxemburgischen Presse soviel Interesse an ihr gehabt hätte wäre für sie auch überraschend gewesen, so Paule, die in mehreren Artikeln und Berichten erwähnt wurde. Wenig überraschend ist es jedoch wenn man sich vor Augen führt dass sie erste Luxemburgerin ist die diese sportliche Leistung vollbringt. “Ich glaube nicht dass ich diese Leistung übertreffen kann”, sagt die junge Lehrerin, bevor sie einem Nebensatz kurz Gibraltar erwähnt. Noch von Paule Kremer zu hören ist deshalb auch nicht unwahrscheinlich.

Weitere Informationen unter www.facebook.com/englishchannelplooschterprojet

About Bill Wirtz

My name is Bill, I'm from Luxembourg and I write about the virtues of a free society. I favour individual and economic freedom and I believe in the capabilities people can develop when they have to take their own responsibilities.

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